Generationentheater

Das Generationentheater Mixed Pickles ist die Theatergruppe des Bürgertreff Pfullingen e. V. und bringt – seit 2008 unter meiner Leitung – jährlich ein neues Stück (Dauer 90 bis 120 Minuten) auf die Bühne. Einige Mitspieler*innen sind seit der Gründung 1989 dabei, andere kommen neu dazu. Je nachdem schwankt die Altersspanne zwischen 8 und 90 Jahren, besonderer Reiz und  große Herausforderung zugleich.

Tatort Garten

nach „Die Madonna in der Buche oder Das Wunder von Küsslingen“ von Herbert Rosendorfer (Verlag Ahn & Simrock, Hamburg)

Herbert Rosendorfer (1934 – 2012, Autor des Stücks) sagte in einem Interview: „Ich bilde mir ein, ein Realist zu sein, und die Realität ist, wenn man genau hinschaut, skurril“. Wegen seiner Skurrilität und der vielen Rollen fiel die Wahl auf dieses Stück. Ich habe den Plot und die Kernaussage übernommen:

Zwei Gärten, dazwischen ein Zaun. Ein Gewitter, ein Blitz fährt in die Buche am Zaun. Ein Ast bricht und fällt auf die andere Seite, in den Garten der Frau Siebenschneck. Zunächst nichts als ein weiterer guter Grund, mit ihren Nachbarn Streit anzufangen. Doch Frau Siebenschneck erkennt überraschend in der Bruchstelle die Madonna und in sich selbst das Potential zur Heiligen. Komisch in seiner Überzeichnung zeigt das Stück auf grotesk-bizarre Art, wie die einen sich von Heilsversprechen verführen lassen und die anderen daraus zu profitieren suchen. Ein banaler Streit am Gartenzaun gerät zum Krieg, in den sich die Menschen im Dorf und über die Ortsgrenze hinaus hineinziehen lassen.

Situationen aus der Stückvorlage wurden in unterschiedlichen Konstellationen neu improvisiert: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und die Seniorinnen der Gruppe fanden so zu ihren Rollen und ich erstellte auf dieser Grundlage eine neue Textvorlage.

Das Stück wurde im Rahmen der Pfullinger Kulturwege „Natürlich Pfullingen: Gärten, Gütle und Geplätscher“ dreimal auf der Bühne der Schloss-Schule aufgeführt und in gekürzter Fassung bei einer open-Air-Veranstaltung am Ufer der Echaz in Pfullingen.

Der Titel kommt zum Schluss – Eine Pfullinger Allegorie

Ensembleproduktion

Eine Straßenbahn tritt als Zeitmaschine in Aktion und befördert drei Generationen in verschiedene Passagen ihres Lebens – eine geniale Idee begeisternd in Szene gesetzt.
(. . .)
Klar war von Anfang an, dass das Generationentheater im Rahmen der Kulturwege „Mensch sein in Pfullingen“ einen gewichtigen Beitrag leisten wollte. (. . .) ‚Alle haben Stationen ihres Lebens aufgeschrieben – wir hatten ja genügend gestandene Pfullinger in der Gruppe‘, so Honigberger. Auf Tapetenbahnen hatten sie ihre Stationen notiert, die Stationen wiederum brachten das Team auf einen Zug. ‘Wir brauchten aber einen regionalen Bezug, und so kamen wir auf die Pfullinger Straßenbahn‘, so die Regisseurin. Die gibt es zwar schon seit vielen Jahren nicht mehr, aber das spielte für das Stück keine Rolle. ‚Wenn unsere Hauptdarstellerin Hedwig Barthold die Geräusche der Straßenbahn hörte, fühlte sie sich sogleich in diese Zeit zurückversetzt.‘ (. . .)

Im Lauf des faszinierend inszenierten und gestalteten Theaterstücks fahren die Schauspieler immer wieder mit der Straßenbahn, bewegen sich durch den Lebenslauf von Irmtraud Bächle von 1933 bis 2012 hindurch, drei Generationen begegnen sich dort, bis zur Enkelin hin. Und das Fazit? Erst am Schluss eines Lebens, weiß man, was dabei raus kommt. Aber: Man wirkt weiter. In den Erinnerungen. So wie Irmtraud Bächle.“
(Norbert Leister, Südwestpresse)

Unbändige Spielfreude reißt alle mit – Cordelia Honigberger hatte (. . .) sich als ausgebildete Theaterpädagogin einiges an Dramaturgie einfallen lassen, um die Lebensgeschichte von Irmtraud Bächle (herrlich schwäbisch Hedwig Barthold) ulkig und gefühlvoll, für die Zuschauer anschaulich und kurzweilig rüberzubringen. Als Gefährt durch die Jahrzehnte war die Pfullinger Straßenbahn, 1974 abgeschafft, mitten auf der Bühne aufgebaut. Begeistert das Publikum (. . . ): ‚Da denkt man glatt, man sitzt drin und ist dabei.‘“
(Gabriele Leippert, Reutlinger Generalanzeiger)